Film  Neu im Kino

Qualitätsaction in der Zeitschleife: "Looper“

Falter : Woche | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

Man stelle sich vor, Zeitreisen wäre möglich, aber verboten und nur das organisierte Verbrechen macht sich die Raum-Zeit-Spielerei zunutze, um unangenehme Zeitgenossen aus dem Weg zu räumen. Aus dieser Idee konstruiert der Autor und Regisseur Rian Johnson mit "Looper“ seinen dritten Langfilm.

Die Auftragskiller, mit der Berufsbezeichnung Looper, haben einen verhältnismäßig gemütlichen Job. Sie warten an einem bestimmten Ort auf ihre zeitreisenden Zielobjekte. Sobald die gefesselten und vermummten Opfer auftauchen, heißt es für die Killer abdrücken, die Prämie in Form von Silberbarren einsammeln und die Leiche loswerden, weil das ist 30 Jahre später in den 2070ern nicht mehr so leicht machbar. Wenn jedoch der Arbeitgeber mit Firmensitz in der Zukunft das Arbeitsverhältnis lösen möchte, muss der Looper sein gealtertes Ich aus der Welt schaffen und darf fortan die verbleibenden 30 Jahre in vollen Zügen genießen.

Mit dieser Situation konfrontiert, begeht der eigentlich abgeklärte Joe (Joseph Gordon-Levitt) den schlimmsten Regelverstoß - er zögert einen Moment zu lange und lässt sein älteres Selbst (Bruce Willis) entkommen. Ein Katz- und-Maus-Spiel beginnt, das Joe auf die Farm von Sara (Emily Blunt) und ihrem kleinen Sohn Cid (Pierce Gagnon) führt. Der alte Joe begibt sich einstweilen auf die Mission, die Zukunft neu zu schreiben.

Was zunächst wie ein vertracktes Zeitreise-Konstrukt erscheint, erweist sich als gut strukturierte, nachvollziehbare Erzählung, in der Rian Johnson das Publikum mit einem Off-Kommentar des Protagonisten erklärend durch die Geschichte führt. Durchaus unterhaltsam und trotzdem ein Action-Science-Fiction-Hybrid zum Mitdenken ist dieser Film, mit dem das diesjährige Toronto International Film Festival eröffnet wurde.

LUDMILLA DITTRICH

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis und Haydn)


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