Kommentar 

Auch ein freiwilliges Sozialjahr muss anständig bezahlt sein

Wehrpflicht-Debatte

Falter & Meinung | Richard Wimmer | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

Ein Sozialjahr nach der Matura? Noch ehe junge Menschen mit der Idee spielen, wird sie ihnen von unerwarteter Seite schlechtgemacht.

Wer für seine Arbeit bezahlt werde, sei kein Freiwilliger, argumentierte etwa Claudia Kinzl von der Jugend-Umwelt-Plattform Jump vergangene Woche im Falter.

Auch Caritas-Präsident Franz Küberl kritisierte, dass die geplante Bezahlung mit 1300 Euro brutto pro Monat um knapp die Hälfte zu hoch sei.

Das "Freiwillige“ komme erst dann zum Tragen, wenn diejenigen, die sich für ein Jahr verpflichten (und damit die Lücken der ausbleibenden Zivildiener schließen), nicht mehr als die Mindestpension bekämen.

Beide Argumente treffen ins Leere. Das Sozialjahr wird ja nur freiwillig genannt, um es semantisch vom "verpflichtenden Sozialjahr für alle“ abzugrenzen. Dieses verpflichtende Sozialjahr wird vor allem von rechter Seite gefordert.

Das von der Regierung geplante Sozialjahr hingegen ist in Wahrheit freiwillig. Man wird nicht mehr mit staatlichem Bescheid dazu


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