Kolumne 

Wirtschaftskrise, Boykott und Wahlen: eine Wende im Iran?

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

In einer theatralischen Geste zog Benjamin Netanjahu vor der Uno mit einem dicken Filzstift eine rote Linie unter die Zeichnung einer Bombe. Bis Mitte 2013 werde der Iran über genügend Nuklearmaterial verfügen, um zur Atommacht aufzusteigen, so die Prognose des israelischen Ministerpräsidenten. Der Weg dorthin müsse blockiert werden, mit allen Mitteln. Eine Show mit entdramatisierenden Konsequenzen: Der angeblich schon diesen Herbst erforderliche Präventivschlag gegen den Iran, den Netanjahu bisher propagiert hat, ist damit vorläufig abgeblasen.

Amerikanische wie israelische Geheimdienste sind schon bisher auf der Bremse gestanden. Die Ermordung iranischer Atomwissenschaftler und ein Computervirus namens Stuxnet, der von Israelis und Amerikanern eingeschleust wurde, haben dem iranischen Atomprogramm massiv zugesetzt. Dazu kommt: Der Iran will zwar über alle Optionen verfügen; einen politischen Beschluss, Atombomben tatsächlich zu bauen, gibt es in Teheran aber nicht.

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