Das Gute an Europas Krise

Politik | Essay: Adrian Lobe | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

Die Schreckensszenarien von einer "Kernschmelze“ Europas sind Unsinn. Die Krise dient als historischer Kitt für den brüchigen Staatenverbund

Bankenpleiten, Schulden, Staatsbankrott - die gegenwärtige Nachrichtenlage verheißt nichts Gutes für Europa. Manche sehen die Union am Abgrund. "Ach Europa“, seufzte FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher und postete auf Twitter: "Schlimm, dass wir kein anderes Narrativ in Europa haben als das ökonomische.“

Was ist das eigentlich, ein Narrativ? Eine erschöpfende Definition existiert nicht. In der Literaturwissenschaft subsumiert man darunter andere Kriterien als in der Soziologie. Als Wesenselement könnte man die Wiedergabe eines Handlungsverlaufs betrachten, an dessen Ende sich eine Moral herausschält. Angenommen, es gäbe ein ökonomisches Narrativ, so ist zu fragen, welche Botschaft es vermittelt. Solidität gegen Solidarität heißt es vonseiten der europäischen Verantwortlichen. Jedoch: Solidarität ist nicht verhandelbar. Es ist kein


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