Der Kampf gegen den Wiener Mohn

Politik | Reportage: Ruth Eisenreich | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

Ein Sikh verdächtigt eine Wiener Blumenhandlung, schwunghaften Handel mit legalen Drogen zu betreiben

Auf der hellgrünen Tür des Geschäfts, das angeblich Familien zerstört, klebt ein "Don’t worry, be happy“-Sticker. Ein Mann mit Turban betritt den Verkaufsraum, drückt dem Besitzer wortlos einen Zehneuroschein in die Hand, bekommt ebenso wortlos einen der prall gefüllten Säcke gereicht, die sich hinter dem Tresen stapeln, und ist schon wieder draußen. Aus dem grauen Sack purzeln Dutzende hellbraune Kapseln, die wie etwas aussehen, das man bei einem Herbstspaziergang einsammelt. Wegen dieser Kapseln hat Sukhbir Singh dem Geschäft mit der hellgrünen Tür den Kampf angesagt. Er habe schon mehrmals die Behörden informiert, erzählt der korpulente Mann mit dem dichten schwarzen Bart, dem festen Blick und dem dunklen Turban, doch niemand unternehme etwas.

Sukhbir Singh ist nicht einfach ein Querulant, der gegen getrocknete Pflanzenteile kämpft. Die hellbraunen Kapseln sind Mohnkapseln,


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