Mediaforschung  

Herr Larrosa-Lombardi, warum setzen Sie Flashmobs ein?

Verführungskolumne

Medien | David Donnerer | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

Das Museumsquartier ist für viele Wiener der ideale Ort, um sich mit Freunden zu treffen und gemütlich Bier zu trinken. Ausstellungen und Lesungen laden ebenfalls zum Verweilen im Kulturareal ein. Die Volksoper jedoch nutzt das Museumsquartier für etwas ganz anderes - nämlich als riesigen Freiluftballsaal.

In einem neuen Spot, der auf Youtube zu sehen ist, veranstaltet die Oper einen "Staged Flashmob“ im Haupthof des MQ. Das vom "Kellner“ (Lorenzo Viotti) dirigierte Orchester spielt Walzermelodien von Oscar Straus, woraufhin Dutzende Paare im Dreivierteltakt tanzen. Schillernde Seifenblasen schweben durch die Luft. Hochradfahrer und Stelzengeher komplettieren das ungewöhnliche Schauspiel, das die Besucher des Museumsquartiers staunend verfolgen.

Damit setzt die Volksoper erneut auf Flashmobs als Werbeträger. Schon im April ließ sie ihr Ensemble am Westbahnhof "O Fortuna“ aus "Carmina Burana“ intonieren und überraschte damit die Fahrgäste. 600.000 Personen haben den Clip auf Youtube gesehen.

Neuerlich zeichnet die Filmfirma ppm 2.0 für den Spot verantwortlich. "Das Ziel war - so banal es klingt -, die Musik der Volksoper volksnah zu bringen“, sagte Produzent Sebastian Larrosa-Lombardi. Und: "Es war kein klassischer Flashmob, da die Aktion geplant war.“

Auf die Frage, warum die Volksoper den Flashmob - der ja immerhin als neue Form der Protestkultur gilt - für Werbezwecke verwendet, sagt er: "Bei diesem Spot geht es um Lebensfreudekultur, nicht um Protestkultur.“


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