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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

So schnell kann man einen Freund verlieren. Vor kurzem sagte Österreich-Herausgeber Wolfgang Fellner, der grüne Aufdecker Peter Pilz sei sein "Jugendfreund“. Jetzt knallt Fellner den alten Spezi als Privilegienritter aufs Cover: "Aufdecker Pilz lebt in Sozialwohnung“. Der Grüne zahle für seine "61,28-Quadratmeter-Wohnung“ in Kaisermühlen bloß einen "Hauptmietzins von 147,13 Euro pro Monat“. Pilz hat die Wohnung vor Jahrzehnten legal von seiner Großmutter übernommen und nie ein Geheimnis daraus gemacht. Trotzdem schreibt Fellner, Pilz habe sich "seine Gemeindebauwohnung erschwindelt“, und fordert dessen Rücktritt.

Wieso merkt Fellner erst jetzt, dass sein "Jugendfreund“ seit 26 Jahren im Bau lebt? Hat er ihn nie besucht? Oder hat Fellner die billige Pilz-Wohnung vielleicht gerade eben entdeckt, weil sein "alter Freund“ vergangene Woche aufdeckte, dass Österreich für seinen Newsroom vom Staat sogar Forschungsförderung bezog?


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