Die Geburt der Tragödie

Feuilleton | Filmkritik: Michael Pekler | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

Die Schauspielerin Tilda Swinton spielt in "We Need to Talk about Kevin“ die Mutter eines Bösewichts. Verstört und verstörend

Weil man weiß, dass alles auf ein fatales Ende hinauslaufen muss, beginnt man früh, nach Zeichen zu suchen. Im kahlen, weißen Zimmer etwa, in dem Eva ihren Sohn zur Welt bringt. Oder in den lärmenden Straßen, durch die sie später den Kinderwagen schiebt.

Im Dröhnen der Baustelle ist das Schreien des Kindes nicht zu hören. Eine permanente Bedrohung bestimmt die Bilder; so baut sich eine Spannung auf, die Eva auch zusehends körperlich mitnimmt. Die ohnehin schon hagere Frau ist, seit sie Kevin zur Welt gebracht hat, noch schmächtiger geworden.

Im Grunde behält "We Need to Talk about Kevin“ diese nervöse Atmosphäre immer bei, auch in den wenigen Momenten, in denen Mutter und Sohn einander nahe zu sein scheinen.

Vielleicht geschieht dies auch nur in einem einzigen Augenblick, nämlich dann, wenn Eva dem mittlerweile achtjährigen Kevin die Abenteuer des


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