Abstürzende Aufblasflugboote über dem Dorf

Feuilleton | Kritik: Tom Thelen / Bochum | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

In "Marketplace 76“ geben Jan Lauwers und seine Needcompany ordentlich Gas, produzieren dabei aber auch heiße Luft

Ehebruch, Inzucht, Prostitution, Intrigen, Totschlag und die Ankunft eines mysteriösen Fremden machen so ein Dorfleben schon interessant. Jedenfalls für die Geschichtenerzähler aller Zeiten, die unter dem dünnen Firn der Zivilisation menschliche Abgründe ausgemacht haben.

Mit "Marketplace 76“ begeben sich nun auch Jan Lauwers und die Needcompany direkt ins Zentrum eines Dorfes. Das Schreckenspersonal ist komplett versammelt: von der unglücklichen Kleinfamilie bis zur Möchtegern-Dorfautorität. Als reichten sich die Menschen nicht allein zum Unglücklichsein, ist auch noch ein Unglück passiert: 24 Dorfbewohner sind bei einer Explosion umgekommen. Die Schuldfrage und so manch anderes muss geklärt werden. Und dann fällt auch noch ein Fremder in einem Aufblasflugboot vom Himmel und bringt die Liebe mit.

Ein positives Gegenstück zu "Dogville“ von Lars von Trier hatte


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