Verteidigung der Schulschlampe

Feuilleton | Buchkritik: Sigrid Löffler | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

In ihrem ersten Muggel-Roman überzeugt Joanne K. Rowling mit beherzter Sozialsatire

Überraschend kam das nicht. Auf ihren Giga-Seller, die siebenteilige "Harry Potter“-Serie, wolle sie zunächst keinen weiteren Fantasyroman folgen lassen, so hatte Joanne K. Rowling mehrfach angekündigt. Demnach ist derzeit kein Zutritt zu einem magischen Paralleluniversum nach Art des Zauberinternats von Hogwarts zu erhoffen.

Bleibt also - so funktioniert Frau Rowlings dichotomisches Denken halt einmal - nur unsere schnöde Muggel-Welt mit all ihren real existierenden schnöden Nöten und Freuden. "Ein plötzlicher Todesfall“ ist Rowlings erster Muggel-Roman. Und er würde in der auch sonst reichlich produzierten realistischen Muggel-Literatur made in Great Britain nicht sonderlich auffallen, stünde a) ein anderer Autorenname auf dem Cover und würde b) die globale PR-Maschine derzeit nicht komplett durchdrehen. Das Buch, das sich gegen solches Mega-Marketing behaupten könnte, ist noch nicht geschrieben.


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