Buch der Stunde

Doppelporträt im Zeichen der vier Elemente

Thomas Ballhausen | Feuilleton | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

Der Germanist und Literaturkritiker Jörg Magenau wählt in seiner Auseinandersetzung mit Ernst Jünger (1895-1998) einen erfreulich überraschenden Weg: Einerseits befleißigt er sich selbst einer vorsätzlich literarischen Sprache, andererseits will er den weit weniger bekannten Friedrich Georg aus dem Schatten seines großen Bruders hervorholen. Die Werke beider Schriftsteller, weiterführende Quellen und Belege sind ihm Ausgangsmaterial für eine raffiniert gebaute Studie: Zwischen Zeiten und Ereignissen springend tastet Magenau sich auf ein verlorenes Paradies aus Kindheit und Abenteuerlust hin.

Anhaltspunkte der ineinanderverwobenen Lebensbeschreibungen bietet die Vier-Elemente-Lehre, die der Autor auf einer Karteikartennotiz Ernst Jüngers von 1934 entdeckte. An ihr macht der Biograf nicht nur dessen Übergang vom Politisch-Geschichtlichen zur Natur fest; an ihr verankert er die Ableitbarkeit des Kommenden in den Biografien der Brüder. Zwischen Erde, Wasser, Feuer und Luft navigierend

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