7  Sachen, die Sie über das ERNTEDANKFEST eventuell nicht wussten

Stadtleben | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

Erntedank? War das nicht schon längst?

Möglich, so fix ist das nicht. Aber das traditionelle Erntedankfest, bei dem man Gott für die Erträge der Herbsternte dankt, wird eigentlich am ersten Sonntag im Oktober gefeiert.

Und das große Fest, das der Bauernbund im September am Heldenplatz schmiss?

Touché! Trotzdem: Das eine hat mit dem anderen wenig zu tun. Der christliche Erntedank wird in den Kirchen begangen. Es ist im Grunde ein spirituelles Fest, um für das tägliche Brot, das einem die Äcker nach einer Saison harten Arbeitens schenken, zu danken. Dabei werden die Nahrungsmittel gesegnet und häufig nach der Feier an Obdachlose oder karitative Einrichtungen verteilt.

Und was war das dann am Heldenplatz?

Die Verkommerzialisierung und Ausschlachtung von Brauchtum. Brot und Spiele. Wieder einmal.

Schlecht geträumt, oder warum so zynisch?

Weder noch. Bloß offen für Tatsachen. Beim kollektiven Schlemmen und Saufen ging es keine Sekunde darum, Bewusstsein für den Wert von Naturprodukten zu schaffen. Im Gegenteil: Die Lebensmittel wurden in rauen Mengen an die Massen verschleudert.

Schuhplattelgaudi statt stiller Andacht?

Genau so.

Aber gibt’s beim traditionellen Fest nicht ebenfalls Brauchtumskitsch?

Doch, aber der steht wenigstens symbolisch für etwas von Bedeutung.

Nämlich?

Die Erntekrone ist etwa der einstige Getreidekranz, den die Feldarbeiter dem Bauern am Ende der Ernte gaben, der daraufhin als Dank für die Arbeit ein Festessen ausgab.


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