Fußball Glosse

Hand aufs Herz: Ehrlichkeit verliert

Stadtleben | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

Die Anzahl an Miroslav-Klose-Postern in deutschen Jugendzimmern dürfte sich in Grenzen halten. Der schmächtige, bescheidene Mann ist nun mal nicht das, was man sich unter einem Posterboy vorstellt. Dafür ist "Miro“ nicht nur einer der besten, sondern auch einer der sympathischsten Stürmer Deutschlands. Weitere Sympathiepunkte sammelte der bei Lazio Rom beschäftigte Kicker vorige Woche im Meisterschaftsspiel gegen Napoli: Er machte ein Tor, wies den Schiedsrichter aber umgehend darauf hin, dass ihm der Ball dabei an die Hand gesprungen war. Das Tor - es wäre das 1:0 gewesen - zählte nicht, Lazio verlor das Spiel mit 0:3 (von wegen "Ehrlichkeit siegt“). Berühmter wird man im Fußball mit irregulären Toren, die zählen - siehe Maradonas mit Hilfe der "Hand Gottes“ erzielter Treffer bei der WM 1986. Zugegeben: So viel Frechheit hat schon wieder Stil. Aber wenn es einen Fußballgott gibt, kommt Miroslav Klose trotzdem vor Maradona in den Himmel.


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