Menschen

Königinnenlich

Falters Zoo | Ingrid Brodnig, Christopher Wurmdobler | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

Die Queen war in Wien. Doch statt wie jede normale Promi in die Albertina zu gehen, besuchte Elizabeth zwo die Fotogalerie Photographers Limited Editions, die Andrea Preiss in der Wiener Innenstadt betreibt und in der ein paar sehr witzige Fotos hängen, die Alison Jackson gemacht hat. Unter anderem von der Queen beim Abwaschen. Gut, natürlich fotografiert Jackson nicht die Königin von London, sondern lediglich deren Double und andere royale Doppelgänger. Das nächste Mal wollen wir dann Prinz Harald sehen. Beim Abwaschen.

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Wer vergangenen Freitag den Ring überqueren wollte, hatte Pech. Der wurde von 17.000 Menschen blockiert, die beim Vienna Night Run eine Runde über den Ring drehten - auch für den guten Zweck, immerhin geht ein Teil des Erlöses an Licht für die Welt. So liefen nicht nur Menschen im Eisbärkostüm mit, sondern auch Promis oder Ex-Spitzensportler. Bei einem Kinderbuchautor wie Thomas Brezina ist es ja ziemlich wurscht, wie lang der für fünf Kilometer braucht. Aber Sportstars scheint die eigene Kondition doch etwas peinlich zu sein. Zumindest kursiert das Gerücht, dass Ex-Skiweltmeisterin und -Olympionikin Alexandra Meissnitzer ihren Zeiterfassungs-Chip sogar vor dem Start zurückgab. Ex-Skirennläufer Hans Knauß wiederum vergaß den Chip in seinem Auto - so die offizielle Version. Wir glauben das jetzt einfach, schließlich ist uns wichtiger, dass die alpinen Herren und Damen schnell den Berg hinabsausen können - im Laufen haben wir gegen die Kenianer und Jamaikaner sowieso keine Chance.

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In den Gschwandner Sälen in Hernals eröffneten Tulga Beyerle und Lilli Hollein, Direktorinnen der Vienna Design Week, eben diese. Unter Zuhilfenahme von Departure-Förderbüro-Chefin Bettina Leidl, Kulturstadtrat Andreas Maillath-Pokorny und zweier Wrestler, die in einem "Theatre of Destruction“ hässliches altes Design mit viel Gebrüll kurz und klein schlugen. Die eigentliche Designwoche findet ja in der restlichen Stadt statt. Zum Beispiel in der Fleischerei Sterkl am Brunnenmarkt. Dem Betrieb hat das Linzer Designduo March Gut, bestehend aus Christoph March und Marek Gut, ein Ständchen auf die Gasse gebaut, wo es um die Wurst geht. Genauer: die schweinbefreite "Brunnenviertler“, die auch Muslime essen dürfen. Allerdings sollte man unbedingt auch die Sterkls in ihrem Geschäft besuchen. Absolut sehenswert.

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Bergsteiger Reinhold Messner bestieg nicht den Millennium Tower, sondern das UCI-Kinocenter, um den neuen Film über sein Leben zu präsentieren. "Messner“ heißt der, und Andreas Nickl hat ihn gemacht. Volles Haus. Mit dabei: Schriftsteller Christoph Ransmayr, mit dem Messner schon so manchen Gipfel erklommen hat. Den Messner auf der Leinwand fand der Bergmann zwar "interessant“, sich selbst aber dann doch "komplexer“. Guter Film.

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Die Zeiten für die Musikindustrie müssen schlecht sein, früher schmissen Musiker ausufernde Partys, wo der Gratis-Alk nur so floss. Heute müssen sie das Publikum darum bitten, ihnen Tequila zu spendieren. Ungefähr so hat es sich im Chelsea zugetragen, als Kumbia Queers, eine der angesagtesten Queer-Punk-Girl-Bands, ihr neues Album präsentierten. Prost!

E-Mail an den Zoo: zoo@falter.at


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