Emigranten, Dissidenten, Anti-Utopisten

Literatur | Sigrid Löffler | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Russischer Leseherbst: Stalins Tod als Dreh- und Angelpunkt der russischen Geschichte im 20. Jahrhundert

Als Stalin am 1. März 1953 auf seiner Datscha einen Gehirnschlag erlitt und bewusstlos am Boden seines Schlafzimmers lag, trauten sich die Wachen nicht zu ihm. Zu groß war die Furcht vor dem Gewaltherrscher. Sie riefen das Politbüro zur Hilfe. Doch als Chruschtschow, Berija und die anderen Stalin im durchnässten Pyjama liegen sahen, wussten sie sich in Lebensgefahr: Sollte er sich jemals wieder erholen, würde der Diktator sie töten lassen, weil sie ihn so gesehen hatten.

Man ließ ihn also liegen. Erst am folgenden Tag wurden Ärzte gerufen. Sie konnten Stalin nicht mehr retten. Am Ende hat die Angst, die er verbreitete, ihn womöglich selbst getötet. Am 5. März starb er - und sogar nach seinem Tod hat er noch Menschen umgebracht. Unter den Menschenströmen, die sich in Moskau zu Stalins Begräbnis drängten, brach eine Massenpanik aus. Mindestens 1500 wurden totgetrampelt oder


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