Es wird immer sein, wie’s immer war

Literatur | Ulrich Rüdenauer | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Von Schweigern und Verschweigern: Reinhard Kaiser-Mühleckers ausufernder Roman "Roter Flieder“

Reinhard Kaiser-Mühlecker erzählt die leise Tragödie einer Familie, die sich über mehrere Generationen erstreckt, geschildert vom Rand der Geschichte, aus einem Winkel, von dem aus nicht das große Panorama aufgerissen wird, aber doch im Kleinen alle Dramen des menschlichen Seins entfaltet werden. Es ist eine epische Erzählung von Schuld und Sühne, von Aberglaube und Duldsamkeit - und vom Rhythmus der Zeit.

Alles beginnt mit einer Vertreibung: Den Auftakt macht das Bild eines rollenden Wagens, der dem Ungewissen entgegenfährt und auf dem der alte Goldberger und seine Tochter Martha wegziehen oder, besser: flüchten, in eine andere Gegend rund um den schon aus einem früheren Buch von Reinhard Kaiser-Mühlecker bekannten Magdalenaberg.

Es ist eine Voralpenlandschaft, agrarisch geprägt, kleinteilig. Diese Region spielt eine Hauptrolle in dem Roman. Immer wieder entwirft Kaiser-Mühlecker


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