Die Rückkehr des Bergdoktors

Ulrich Rüdenauer | Literatur | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Eine Talentprobe - nicht mehr, nicht weniger: Vea Kaisers gehyptes Erstlingswerk, der Neo-Heimatroman "Blasmusikpop“

Die deutschsprachige Literatur hat die Opposition von Stadt und Provinz immer gerne aufgegriffen. Und auch ein zunächst noch geheimnisvoller Geschichtsschreiber, der sich immer wieder zwischen die Handlungsstränge von Vea Kaisers Debütroman "Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam“ mischt, hat dazu etwas anzumerken: "In anderen Teilen der Welt entwickeln sich die Dinge weiter, indem sie sich verändern. In St. Peter am Anger jedoch hat alles eine Kontinuität, und alles bleibt, wie es ist.“

Johannes Gerlitzen beugt sich diesem Naturgesetz nicht. Die Hauptfigur des ersten Teils von Kaisers Roman lässt sich von zwei Anlässen aus der engen Dorfwelt von St. Peter am Anger forttreiben. Da ist einmal der Verdacht, seine Frau habe ihm das Kind eines Nebenbuhlers untergejubelt, zum anderen dieser endlos lange Bandwurm, der sich durch seinen Leib schlängelt

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