Samstag ist Selbstmord

Sebastian Fasthuber | Literatur | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Die dem Düsteren zugeneigte Autorin Anna Kim und ihr Grönlandroman "Anatomie einer Nacht“. Ein Porträt

Du siehst grönländischer aus als ich“, bekam Anna Kim (Jg. 1977) von einer Inuk ins Gesicht gesagt. Ein Zeichen dafür, dass die Schriftstellerin mit ihrer langjährigen Grönlandobsession die richtige Fährte verfolgte. In ihrem Reisebericht "Invasionen des Privaten“, der im vergangenen Jahr in Droschls Essayreihe erschienen ist, erzählt sie davon, wie sie bei ihren Begegnungen mit Einheimischen während zweier Reisen an ihren Sehnsuchtsort immer wieder auf Bezüge und Parallelen zu ihrer eigenen Biografie stieß.

Die österreichische Autorin kam als Kleinkind mit ihren Eltern aus Südkorea nach Europa. Ihre Faszination für Grönland reicht bis zurück in die Kindheit, sagt sie im Falter-Gespräch. "Mein Bruder hat immer Überlebenshandbücher gelesen und mir von fernen Orten erzählt. Das waren die seltenen Momente, in denen wir uns nicht gestritten haben. Damals muss sich

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