Angenehme Bettwärme geht vor

Literatur | Stefan Ender | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Helmut Kraussers "Nicht ganz schlechte Menschen“ fahren in den 1930ern von Berlin über Paris bis Barcelona

Es wird angenehm viel nebeneinandergelegen und miteinander verkehrt in diesem Roman. Gleich zu Beginn erleben wir hierbei Amtsgerichtsrat Loewe, zwar glücklich verheiratet mit seiner Frau Hedwig, aber dennoch auch ein regelmäßiges Nahverhältnis mit seinen zwei weiblichen Angestellten unterhaltend. "Von beiden machte Theodor Loewe körperlichen Gebrauch“, formuliert es Helmut Krausser - und zwar an den ungeraden Tagen vom Zimmer- und an den geraden vom Kindermädchen. Die Gattin ficht dies nicht sonderlich an, als Folge eines ehelichen Beischlafs gebiert sie dem preußischen Richter an einem Februar des Jahres 1915 Zwillinge, die Buben Max und Karl.

Bei den zwei Protagonisten des Romans zeigen sich mit den Jahren gegensätzliche Anlagen. Körperliche Eigenschaften mit ihren geistigen Interessen konterkarierend, beschreibt Krausser Karl als Menschen mit pyknischer Physis, wilden


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige