Komatöse Kräfte und Komik

Literatur | Fritz Ostermayer | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Ingomar von Kieseritzky meldet sich nach langer Pause mit "Traurige Therapeuten“ in alter Form zurück

Weder will der Rezensent pampig erscheinen noch sich eine Kopfnuss von einem erzürnten Literaturwissenschaftler einhandeln, dennoch muss in aller Ruppigkeit gesagt sein: Gegen die herrlich durchgeknallte Menschenmenagerie, die Ingomar von Kieseritzky (Jg. 1944) in seinen Büchern auftürmt, stinkt Dostojewskis zwangsneurotisches Romanpersonal gehörig ab. Idioten und Dämonen sonder Zahl tummeln sich freilich da wie dort: bei Kieseritzky zu unserem höchsten Pläsier, beim großen Russen - so will es ein Rest Bildungsbeflissenheit - zu unser aller Erschaudern (featuring Katharsis).

Nun hat die Literaturwissenschaft schon seit längerem einen Narren daran gefressen, die Werke ihrer Größten auf deren bislang vor lauter Tiefsinnsuche übersehenen Humorgehalt hin abzuklopfen. Bernhard: klar, bereits in "Frost“ Krypto-Komödiant. Kafka: Dessen Romanfragment "Amerika“ berge vom Stummfilm


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