Fucking Apfelbäumchen

Stefan Ender | Literatur | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

In ihrem neuen Roman beschreibt Sibylle Berg den Fall eines Menschen von ganz unten ins Bodenlose

Bosheit ist eine grundsätzlich gute, notwendige Sache. So sehr etwa die Wende zur verpflichtenden Gutherzigkeit, die der christliche Weg mit dem Neuen Testament vollzogen hat, gesamtgesellschaftlich zu begrüßen war, so scheint die Aufforderung zu einer permanent nichtaggressiven Gemütslage den einzelnen Menschen zu überfordern und in die Sackgasse der ausschließlichen Positivemotion zu führen.

In diesem Dilemma befindet sich Sibylle Berg definitiv nicht. Als verlässliche Hasskraft der deutschen Literatur findet die in Zürich lebende Autorin erstaunlich viel, eigentlich sogar fast alles eklig, bedrückend und falsch - und gießt ihre Enttäuschung über das missglückte Experiment Menschheit seit Jahrzehnten mit großer Regelmäßigkeit und Begeisterung in die Formen von Theaterstücken und Romanen.

"Vielen Dank für das Leben“ als Titel ist ironisch gemeint, klar. Die in der DDR geborene

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