Ping-Pong der Sehnsüchtigen

Literatur | Julia Kospach | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Martin Walsers "Das dreizehnte Kapitel“ ist eine Verbeugung vor der Form des schwelgenden Briefwechsels

An Philip Roth klebt es, das Prädikat Altmännerliteratur, und seit einigen Jahren - vor allem seit den letzten beiden Romanen "Ein liebender Mann“ und "Angstblüte“ - auch an Martin Walser. Das Setting von Walsers neuem Roman schien erneut Vermutungen zu nähren, der große alte Mann der deutschen Literatur könnte sich in selbstmitleidigen Klagen über nachlassende Manneskraft im Angesicht von jung und frisch bleibenden weiblichen Zielobjekten ergehen.

Zu jeder Zeit repräsentierte der Vorwurf eine unzulässige Reduktion von Walsers Können, aber sein Altmännerraunzen fiel auf und ins Gewicht und trübte den Blick auf die furiose Eleganz seines Schreibens.

Wie steht es nun um seinen neuen Roman "Das dreizehnte Kapitel“? Darin verliebt sich ein alternder, verheirateter Schriftsteller in eine deutlich jüngere, ebenfalls verheiratete Theologin. Walser schaltet diesmal die Ebene


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