Wir schlafen wenig

Literatur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Rainald Goetz nimmt in seinem Roman "Johann Holtrop“ die Topmanager und Bilanzenjongleure ins Visier

Nun also doch: Nachdem es in den Nullerjahren hinter vorgehaltener Hand hieß, Rainald Goetz (Jg. 1954), der literarische Chronist der Gegenwart, arbeite an einem Buch über die Berliner Republik und die Sphären der Macht, kommt in Gestalt von "Johann Holtrop“ ein Roman, den man als ein verspätetes Produkt dieses vom Autor aufgegebenen Projekts verstehen kann.

Gerhard Schröder spielt hier allerdings nur eine Nebenrolle, er beehrt eine Firmenfeier der Assperg AG mit seiner "gewaltigen Masse Mann“. Der Finanzcrash 2008 dürfte Goetz letztlich veranlasst haben, den Stoff in Richtung einer anderen Führungsriege zu drehen: in die Welt des höheren Managements und der Aufsichtsräte. Die titelgebende Figur Johann Holtrop ist Ende 40 und als Topmanager und Vorstandsvorsitzender für den in Familienbesitz befindlichen Medienkonzern Assperg tätig. Porträt standen dafür der deutsche Manager


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