Selbststilisierung aus dem Grab

Literatur | Karl Duffek | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

100 Jahre nach seinem Tod dürfen die autobiografischen Aufzeichnungen von Mark Twain endlich erscheinen

Im Jahr 1967 erschienen zwei Langspielplatten auf dem damals legendären Label Europa mit einer Hörspielfassung der Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Im Jahr darauf war der Advent-Vierteiler des ZDF demselben Stoff gewidmet. Letztere Umsetzung war besonders grässlich, selbst die Landschaftsaufnahmen des Donaudeltas, das den Mississippi spielte, konnten die Produktion nicht retten.

Für die Wirkungsgeschichte Mark Twains ist das insofern symptomatisch, als er - gerade in diesen geschönten und gereinigten Adaptionen - als Autor für Jugendliche festgelegt wurde. Nicht viele kennen seine wesentlich interessanteren Reiseberichte, Essays und sonstigen Publikationen.

Nur so ist aber auch erklärbar, warum der nun erschienene erste Band seiner Autobiografie vielerorts als Entdeckung eines ganz anderen, ja, stell dir vor, sogar politischen Autors gefeiert wird. Schon der Titel der


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige