Fehlt nur noch das Fagott

Literatur | Franz Koglmann | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Ezra Pounds "Cantos“ liegen in einer zweisprachigen Ausgabe erstmals vollständig auf Deutsch vor

Die mehr als verdienstvolle Pound-Übersetzerin Eva Hesse erzählte kürzlich in einem FAZ-Interview, sie hätte sich den "ganzen Proust angehört“, doch dabei wäre sie fast eingeschlafen. Proust sei nämlich überhaupt nicht modern, "wenn ich den am Anfang meiner Karriere gelesen hätte, hätte ich die Literatur aufgegeben“. "Modern“ ist für Eva Hesse aber Ezra Pound, dessen im Laufe eines halben Jahrhunderts entstandenen "Cantos“ sie ebenfalls ein halbes Jahrhundert an Übersetzungsarbeit widmete.

"Make it new“ lautete Pounds Motto, und tatsächlich gelangte er in den "Pisaner Gesängen“, dem Glanzstück der "Cantos“, zu einer Meisterschaft sprachlicher Kreativität, die später Lyrikern von der Beat Generation bis hin zur Postmoderne (hier allerdings in ironischer Brechung) als Vorbild diente. Es war ihm schließlich gelungen, dem Mallarmé’schen Ästhetizismus zu entkommen


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