Die Bürde der Verständlichkeit

Daniela Strigl | Literatur | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Leichtfüßig, nicht leichtgewichtig: Eine Werkausgabe würdigt die Dichterin Mascha Kaléko (1907-1975)

1956, als Mascha Kaléko nach 18-jährigem Exil zum ersten Mal wieder in ihre deutsche Heimat kam, schrieb sie das Gedicht "Deutschland, ein Kindermärchen“ - Heinrich Heine zur Antwort und zu Ehren, dessen 100. Todestag dort mit einiger Blasmusik begangen wurde. "Auch ich bin ‚ein deutscher Dichter, / Bekannt im deutschen Land‘, / Und nennt man die zweitbesten Namen, / So wird auch der meine genannt.“

Kalékos Hommage an den "Urvater Heine“, der den seinen natürlich unter die "besten Namen“ eingereiht hatte, offenbart die für sie typische ironische Selbsteinschätzung: "Ich sang einst im preußischen Dichterwald, / Abteilung für Großstadtlerchen.“ Wie Heine war Kaléko überaus populär, wie er musste sie emigrieren. "‚(…) Da kam der böse Wolf und fraß / Rotkäppchen.‘ - Weil sie nicht arisch. / Es heißt: die Wölfe im deutschen Wald / Sind neuerdings streng

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