Ein Kilogramm Blut, Schweiß und Tränen

Georg Renöckl | Literatur | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Schwerer Brocken: Alexis Jennis romanhafte Beschreibung der Freiheits- und Kolonialkriege Frankreichs von 1942 bis 1962

Das literarische Pendant zum Etikettensäufer ist der Literaturpreisträgerleser. Beide lieben Frankreich, Letzterer vor allem wegen des Prix Goncourt, der jeden November im Pariser Nobelrestaurant Drouant verliehen wird und als eines der prestigereichsten Literatur-Etiketten überhaupt gilt. 2011 war ein starker Jahrgang: Ehrfurchtgebietende 768 Seiten ist der nun auch auf Deutsch erhältliche Preisträger "Die französische Kunst des Krieges“ dick - ganz schön viel für einen Debütroman (ja, das auch noch!).

Der Autor heißt Alexis Jenni, ist 49 Jahre alt, im Brotberuf Biologielehrer. In Interviews verweist er auf seine vielfältigen Interessen, die ihm zuvor einfach nicht die Zeit zum Schreiben gelassen hätten. Angesichts seines Projekts kein Wunder: In 13 Kapiteln rollt Jenni ein episches Schlachtengemälde vor seinen Lesern auf, das die Jahre von 1940 bis 1962

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