Lebenshunger in Pixelwüsten

Literatur | Anja Hirsch | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

"Ganz normale Helden“, ein Spielsuchtroman von Anthony McCarten

Den jugendlichen Helden am Ende eines Romans einfach sterben zu lassen, gilt als Tabubruch. Anthony McCarten verzeiht man das, weil er den an Krebs erkrankten Donald aus seinem Roman "Superhero“ (2007) mit so viel Wärme und Witz durch diese letzte Lebensphase begleitet.

"Ganz normale Helden“ erzählt vom Weiterleben von Donalds Eltern und des Bruders Jeffrey. Auch ohne Kenntnis der Vorgeschichte wird man schnell mit dem Kern einer Trauer bekannt, die alles verändert. Jeder geht damit anders um. Die Mutter holt sich im Internet Ratschläge bei einem anonymen Beichtvater. Jeffrey schreibt dem toten Bruder Kurznachrichten auf dessen Handy, das er mit ins Grab geworfen hat. Und als er, gerade 18, die zunehmende Distanz zwischen seinen Eltern nicht mehr erträgt, packt er seine Sachen und geht - ohne eine Nachricht zu hinterlassen.

Erneut kämpfen die Eltern um einen verlorenen Sohn. Doch Jim, der Vater, behält einen kühlen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige