Die Liebe, die Freiheit und der Widerstand

Sachbuch | Nikolaus Stenitzer | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Zusammenleben: Kann Polyamorie, die Liebe zu vielen, eine Alternative zur freien und romantischen Liebe sein?

Polyamorie ist die "Liebe zu vielen“. Der Begriff wird in Abgrenzung sowohl zur "freien Liebe“ mit promiskuitivem Schwerpunkt als auch zur "romantischen Liebe“ mit Exklusivitätsanspruch verwendet und bezeichnet das verantwortungsbewusste, "ethische“ Nebeneinander verschiedener, meist gleichwertiger Liebesbeziehungen.

Was das konkret bedeuten soll, war seit Beginn der 1990er-Jahre Gegenstand so verschiedener Debatten wie Veröffentlichungen. In den USA wurde Polyamorie einerseits als feministische Strategie gegen das vordergründige - aber tatsächlich vor allem für Frauen verbindliche - Monogamiegebot in Stellung gebracht.

Gleichzeitig existierte von Beginn an eine starke esoterische Strömung der "spirituellen“ Polyamorie. Im deutschsprachigen Raum wird sie zunächst vor allem als Bezeichnung für ein "widerständiges“, antinormatives Beziehungs- und Sexualleben verwendet,


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