Nur der Verrückte hält sich für das, was er ist

Sachbuch | Matthias Dusini | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Philosophie: Der Philosoph Robert Pfaller bleibt auch in seinem neuen Buch seinen Gewährsmännern treu

Ein wiederkehrendes Thema in den Büchern des Wiener Philosophen Robert Pfaller ist die Frage nach dem richtigen Leben. Auch in seinem neuen Buch "Zweite Welten“ spürt er die Fallen der emanzipierten Sitten in westlichen Gesellschaften auf, etwa die mit der sexuellen Befreiung einhergehende Tendenz, ein vielfältiges Liebesleben als schmutzig zu verteufeln und durch stabile - und somit auch öde - Partnerschaften zu ersetzen.

In Pfallers Augen handelt es sich dabei um einen Beuteverzicht, dem er die lustvollen Theatralisierungen von Sex in der TV-Serie "Sex and the City“ gegenüberstellt. Hier wird die Kunst des Vögelns noch gepflegt und von den Protagonistinnen beim Konditoreibesuch ausführlich erörtert. Der öffentliche Raum lebt, aber nur im Film. Sexmessen und die Beichten in TV-Shows sind die paradoxen Phänomene einer in Wahrheit enterotisierten Gesellschaft. Die Ursache dafür


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