Mogeln und lügen, bis sich die Balken biegen

Sachbuch | Andreas Kremla | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Sprachpsychologie: Nach 65 Jahren im Dienst der Wahrheit begibt sich Wolf Schneider auf die Spur der Lüge

Mit Falschem beschäftigen wir uns mehr als mit Wahrem. Gegenüber bloß 15 Wörtern für Wahrheit und Ehrlichkeit zählt Wolf Schneider die erstaunliche Anzahl von 130 Wörtern im Reich der Lügen. Da wird geflunkert, geschummelt, gemogelt, Meineid geleistet und verleumdet, bis sich die sprichwörtlichen Balken biegen.

Fließend gestalten sich die Grenzen zwischen Irrtum und Lüge. Und auch bei Letzterer lernen wir Unterschiede kennen: etwa in Form einer vergessenen Vokabel des Renaissance-Philosophen Hugo Grotius: mendacium, die Lüge zur Benachteiligung des Angelogenen, im Unterschied zu falsiloquium, der falschen Rede, der folgenlosen Verbreitung einer Unwahrheit.

Alles, was falsch ist, findet bei Schneider, Journalist und Autor von 28 Sachbüchern zum schreiberischen Handwerk sowie seit spätestens 1995 Parade-Sprachkritiker und -lehrer des deutschsprachigen Journalismus, den rechten


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