Kryptomnesie oder "He’s so fine“ remixed

Sachbuch | Julia Kospach | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Gedächtnisforschung: Douwe Draaismas fesselnder Streifzug durch das Land von Vergessen und Träumen

Im Jahr 1969 schrieb George Harrison seinen weltweiten Nummer-eins-Hit "My Sweet Lord“. Kurz nach Erscheinen des Songs sah sich der Beatle mit einer Klage der US-Band The Chiffons konfrontiert. Der Vorwurf lautete auf Plagiat, denn die Melodie von "My Sweet Lord“ glich der des Chiffons-Hits "He’s so fine“ von 1963 aufs Haar.

Harrison kannte die Nummer, behauptete aber, sie nicht abgeschrieben zu haben. Der Richter hielt Harrisons Aussage für glaubwürdig und sprach von unabsichtlichem Kopieren einer Melodie, die sich in seinem unterbewussten Gedächtnis befunden haben musste. Eine Kopie blieb es trotzdem, und Harrison wurde verurteilt, den Chiffons eine halbe Million Dollar an Tantiemen zu zahlen.

Damit kann, wie der niederländische Psychologiehistoriker Douwe Draaisma in seinem "Buch des Vergessens“ schreibt, George Harrison wohl "den berühmtesten Fall von Kryptomnesie für sich


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