Ein ganz normaler Mörder von Weltmaßstab

Sachbuch | Erich Klein | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Revolutionsgeschichte: Robert Service schreibt eine unge-schminkte, fulminante Biografie Leo Trotzkis (1879-1940)

Der Oxford-Historiker Robert Service, Sowjetkenner und Verfasser bedeutender Biografien über Lenin (2000) und Stalin (2004), gibt im Vorwort die Marschrichtung an: Sein Buch sei die "erste vollständige Biographie Trotzkis von einem nichtrussischen Autor, der kein Trotzkist ist“. Im Klartext steht hier: Trotzki war wie Lenin, Stalin und die anderen Genossen ein ganz normaler Mörder von Weltmaßstab.

Der Widerstand pensionsreifer Ex-Sowjetologen und Salontrotzkisten war vorprogrammiert: Service wurden "Fehler“ "nachgewiesen“, der Umstand, dass es in seinem Trotzki-Porträt ein "jüdisches“ Problem gebe, geriet zum Totschlagargument. Jüngere Forscher wie Simon Sebag Montefiore und Orlando Figes haben das Buch allerdings hymnisch gelobt.

Der mythische Nachruhm des Revolutionärs Trotzki, der am 7. November 1879 in Janowka (Ukraine) als Lew Dawidowitsch Bronstein geboren


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