Er war überall, wo es etwas zu verdienen gab

Sachbuch | Alfred Pfoser | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Wirtschaftsgeschichte: Camillo Castiglioni (1879-1957), das Vorbild heimischer Spekulanten, erhält eine Biografie

Heute ist er weitgehend vergessen, und doch gehört seine Lebensgeschichte, wie jetzt in Dieter Stiefels Biografie nachzulesen, essenziell zur großen Tragödie der Ersten Republik. Camillo Castiglionis Name war einst das Synonym für Börsenspekulation und Betrügereien, für lukrative Devisengeschäfte und brutale Abzocke. Er hat Aktionäre in Abgründe gestürzt, aus der Kronen-Inflation Riesenprofite geschöpft und Firmen in die Pleite geführt, um sie aufzukaufen.

Innerhalb weniger Jahre, von 1919 bis etwa 1924, avancierte Castiglioni zum reichsten Mann Österreichs, kontrollierte mit der Depositenbank eines der mächtigsten Finanzinstitute, war im Besitz der Alpin-Montan, bastelte an einem Automobilcluster Daimler-Fiat-Puch und entwickelte mit dem Konstrukteur Ferdinand Porsche hochfliegende Träume für den Bau eines "Volkswagens“.

Sein Hauptbetätigungsfeld war Wien


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