Schund ist gut und John J. Sullivan ein Meister

Nikolaus Stenitzer | Sachbuch | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Popkultur: John J. Sullivans fulminante Essays erzählen über die Lebendigkeit der USA, nicht zuletzt anhand ihrer Musik

Es ist dasselbe "Pulp“, mit dem schon Quentin Tarantino kokettiert hat: jener Schund, den man so leicht erzählen kann, dass fast nicht auffällt, dass die Erzählung über den Schund, den Kitsch und den Pop eine Erzählung über die Zeit und die Gesellschaft ist, in der all das entstanden ist. Und eine gute noch dazu.

Als John J. Sullivans Essayband "Pulphead“ vor einem Jahr in den USA erschien, kannte der Jubel in den Feuilletons keine Grenzen. Die Gründe dafür sind leicht nachzuvollziehen: Sullivan ist ein Meister der Reportage. Seine Essays sind an den besten Stellen wie ausgezeichnete Blockbuster konstruiert, von souverän gebauten, weder zu komplexen noch zu anspruchslosen Spannungsbögen getragen, von schlauen Pointen und kleinen Weisheiten durchzogen, mit Dynamik auf den Punkt gebracht.

Dieser Punkt ist inhaltlich öfters eine kleine Weisheit; formal ist er,

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