Baumwolle ist nicht gleichbedeutend mit gut

Sachbuch | Karin Chladek | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Ökologie: Andreas Engelhardt informiert über die Risiken der Baumwollproduktion und die Alternativen: Zellulosefasern

Der Blick aufs Etikett entscheidet mit: Ist das T-Shirt aus 100 Prozent Baumwolle, wird es gern genommen. Denn was könnte natürlicher sein als Baumwolle? "Natürlich“ ist allerdings relativ, entfallen doch auf Baumwollfelder acht bis zehn Prozent der weltweit eingesetzten Pestizide - obwohl Baumwollanbau nur 2,4 Prozent der Anbauflächen einnimmt. Außerdem ist die Pflanze derart durstig, dass es sich eine Volkswirtschaft oder ein Agrarunternehmen gut überlegen sollte, ob die Bedingungen in der angepeilten Region überhaupt gegeben sind.

Keine gute Idee jedenfalls war es, die Region um den Aralsee im heutigen Kasachstan und Usbekistan mit Baumwollfeldern zuzupflanzen. Die Zuflüsse des Sees versiegten durch die künstliche Bewässerung immer mehr, woraufhin die Fläche des Sees fast um die Hälfte schrumpfte und der restliche See zunehmend versalzte.

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