Wiederauflegen, wiederholen, sampeln

Sachbuch | Nikolaus Stenitzer | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Musik: Simon Reynolds erklärt, warum der aktuelle Retro-Hype sich beim Pop besonders falsch anfühlt. Fulminant

Simon Reynolds erzählt ein Popmärchen, und er beginnt mit dem bitteren Ende. Pop ist in der Endlosschleife gelandet. Seit den Nullerjahren habe "Retro“ überall das Kommando übernommen: in der Kunst, in der Mode, im Kino, im Fernsehen.

Ein Revival jagt das nächste, und während Reynolds sich noch darüber amüsieren kann, dass ein Format wie "I love the Millennium“ - eine Art Nostalgieshow, die die Skurrilitäten der Nullerjahre präsentiert - schon 2008 im amerikanischen Fernsehen lief, hört sich bei ihm der Spaß auf, wenn es um Musik geht.

"Obwohl man überall auf Spuren von Retro trifft, nimmt es gerade in der Popmusik überhand. Und dort fühlt es sich besonders falsch an. Bei Pop ging es doch um die Verheißung der Gegenwart, oder?“

Retro ist lächerlich und uninspiriert; in der Popmusik ist es Verrat. Reynolds hat sich, als der "Stoffwechsel des Pop“ noch in Ordnung


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