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Die Liebe ist ein seltsames Spiel

Lexikon | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Geht es dem Liedermacher schlecht, ist das seiner Kunst nur recht“ lautet eine alte Bauernregel. Bernhard Eder liefert den Beleg für ihre Richtigkeit: Der oberösterreichische Singer/Songwriter und Multiinstrumentalist, der nach einem vorübergehenden Berlin-Aufenthalt seit einigen Jahre in Wien lebt, hat eine schmerzvolle Trennung hinter sich. Andere gehen in solchen Lebenssituationen in Therapie, sie beginnen zu saufen, terrorisieren ihr Umfeld oder stürzen sich von Brücken. Bernhard Eder dagegen hat seinen Schmerz in Lieder übersetzt und daraus das Trennungskonzeptalbum "Post Breakup Coffee“ gemacht.

Als einer der besten Songwriter des Landes gilt Eder schon lange, so gut wie hier war er noch nie. Was nicht nur an der emotionalen Kraft seines Gesangs, sondern vor allem auch an der Musik liegt. Bei aller Transparenz pfeift Eder auf Liedermacherkargheit, er verabschiedet sich auch vom melancholischen Indiefolkpop, für den er bisher stand. Stattdessen gibt es gediegene Arrangements, einen Hauch von Elektropop und Anklänge an die Songwriterkunst der 1970er. "Post Breakup Coffee“ erscheint demnächst auf Eders eigenem Plattenlabel Tron, im November geht er damit auf Deutschlandtour. Seine Wiener Livepremiere erlebt das Album schon jetzt, unterstützt von einer vierköpfigen Band stellt es der Mann mit dem blutenden Herzen am 17.10. im Theater an der Gumpendorfer Straße vor.

Bei Bernhard Eder hat sich die Liebe verabschiedet, bei S.O.D.A. meldet sie sich: "Love Call“ heißt das soeben erschienene Debüt der Wiener Band, die aus Sarah Bidner (voc), Dieter Stemmer (keyb, loops), Amirkasra Zandian (perc) und Ex-Café-Drechsler-Mann Oliver Steger (b) besteht und in der gitarren-, schlagzeug- und bläserfreien Quartettbesetzung soulig-jazzigen Erwachsenenpop mit Funkfaible spielt. GS

Tag, Mi 20.30 (Bernhard Eder) bzw. Local, Mi 20.30 (S.O.D.A.)


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