Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Chefredakteurs

Warum sich Journalisten an Leuten wie Frank Stronach die Zähne ausbeißen

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Die Österreicher (und die Österreicherinnen erst recht!) lieben Frank Stronach. Wer hätte das gedacht? Ich, mit Verlaub. Den Mitgliedern des journalistischen Juste-Milieu steht das Entsetzen in Gesicht und Leitartikel geschrieben, dass das Land weder ihre Extravaganzen noch ihre der Kamera entgegengestreckten lila Socken goutiert, sondern den Milliardär mit den schlechten Manieren.

Überraschung: Der Oldboy mit dem lockicht gestylten weißen Haar, dem rundlichen Antlitz und dem molligen Akzent wird nicht als der böse autoritäre Onkel gesehen, sondern als einer, der es endlich einmal allen hinein- und alles frei heraussagt! Denen da oben und denen, die man als Teil des herrschenden Establishments rezipiert, den Journalistinnen und Journalisten aus dem Tross des politmedialen Komplexes. Bei denen spürt der kleine Maxi irgendwie, da stimmt was nicht, die sind doch mit der Politik im Bunde, und flugs dehnt er seine Ressentiments auf sie aus.

Es genügt ganz offenbar nicht, Frank Stronach


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