Die vergessenen Kinder

Politik | Reportage: Nina Horaczek | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Keine Eltern, keine Schule, nichts zu tun: zu Besuch bei Kinderflüchtlingen in Traiskirchen

Jeden Morgen stellt sich Ali W. (Name der Redaktion bekannt) um sein Frühstück an. "Es dauert circa eine Stunde, bis ich drankomme“, sagt er. Danach legt er sich wieder ins Bett. Dann stellt er sich für das Mittagessen an, spielt Fußball auf der Wiese und um 17 Uhr heißt es anstellen zum Abendessen.

Ali ist knapp 13 Jahre, das bestätigt das Geburtsdatum auf seiner "Lagerkarte“. Die Beamten haben "unmündig“ darauf geschrieben. Trotzdem sitzt der Bub, der ganz alleine tausende Kilometer geflohen ist, seit Monaten mit 900 Erwachsenen im "Erstaufnahmezentrum Ost“, einem Massenlager für Asylwerber in Traiskirchen. Ali ist schulpflichtig, doch er kämpft erfolglos darum, die Schule besuchen zu dürfen.

"Im Lager behandeln sie mich wie einen Erwachsenen“, erzählt der Bub. Ein Mal pro Tag kommt ein Aufseher in sein Zimmer und überprüft die Lagerkarte. Das Gerät macht "Piep“, wenn es


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