Auf der anderen Seite der Barrikade

Politik | Nachruf: Oliver Rathkolb | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Der Historiker Eric Hobsbawm beschrieb Weltgeschichte stets aus Sicht der Unterdrückten

Eric Hobsbawm wusste von frühester Kindheit an nur zu gut, was es heißt, "wenn Arbeitslosigkeit sich durch die Gesellschaft frisst“, wie er 2009 einmal sagte. Aufgewachsen in und geprägt vom Wien der 1920er-Jahre "zwischen Schule und Straßenkämpfen“ musste er als Zwölfjähriger mitansehen, wie sein Vater im Februar 1929 total erschöpft von der ständigen Suche nach Einkommen für die Familie vor der Türe der Mietwohnung der Villa Seutter in Hietzing tot zusammenbrach. Im zweiten Jahr der Weltwirtschaftskrise, 1931, die Mutter war an Tuberkulose verstorben, zog er mit seiner Schwester Nancy zu einem Onkel nach Berlin. Hier spürte er noch stärker, was die extreme Wirtschafts- und Sozialkrise wirklich bedeutete, und begann diese - inzwischen zunehmend politisiert - als die letzte Phase des Kapitalismus aufzufassen.

Wie viele andere junge Intellektuelle suchte auch Hobsbawm die linke Alternative


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