Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Der Durchhänger kommt bald. Das ist meine Erfahrung beim Sehen von TV-Serien, so auch bei meinem aktuellen Programm, der ORF-Produktion "Braunschlag“ und dem amerikanischen "Homeland“. Am Anfang wird gemordet und betrogen, geschehen Wunder und Überraschungen. In der Mitte der Staffel setzt dann eine Ruhe ein, als müssten sich die Helden von den Schicksalsschlägen erholen.

Allerdings fiel mir auch auf, dass diese Stille unterschiedlich gut genutzt wird. Das Thema von "Homeland“ ist das verwundete, von ruhmlosen Kriegen traumatisierte Amerika. Da kommen aktionsarme Phasen genau richtig. In "Braunschlag“ wirken Pausen ermüdend, als wäre den Drehbuchautoren der Stoff ausgegangen. Es heißt dann immer, in Hollywood säßen Dutzende Autoren an einem Script. Dieses Argument halte ich für naiv. Lew Tolstoi und Charlotte Roche haben ihre Romane auch ganz alleine geschrieben. F


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