Schau mal, wer da wohnt!

Feuilleton | Filmkritik: Joachim Schätz | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

In "Nr. 7“ sieht sich Michael Schindegger in einem Haus in der Wiener Leopoldstadt um

Wer auf dem Land groß geworden ist und nicht viel mit Blasmusikpop anfängt, weiß: Einer der großen Vorzüge des Stadtlebens ist es, anonym bleiben zu dürfen.

Wenn einer aber nach 30 Jahren aus dem Mietshaus auszieht, in dem er aufgewachsen ist, kann er schon auf die Idee kommen, sich einmal genauer umzusehen, wer da noch lebt. Mit ein bisschen Glück, viel Neugier und einiger Präzision in der Gliederung (Montage: Dieter Pichler) kommt dabei ein Film wie "Nr. 7“ heraus.

Der sichtlich gealterte, aber nicht ungepflegte Jahrhundertwendebau steht als Eckhaus an der Taborstraße im zweiten Bezirk. Regisseur Michael Schindegger, der selbst das Equipment durch die Flure trägt, beweist nach der Zugreise-Doku "Dacia Express“ (2008) abermals, dass er sich auf die diskrete Kunst der Begegnung versteht.

Es sind keine Interviews, die Schindegger hier führt, stattdessen absolviert er Nachbarschaftsbesuche.


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