Städtetourismus in der Kampfzone

Feuilleton | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Für seinen preisgekrönten Filmessay fuhr Dariusz Kowalski heimwärts "Richtung Nowa Huta“

filmkritik: michael omasta

Die sozialistischen Modellstädte, die Ende der 1940er-, Anfang der 1950er-Jahre in den osteuropäischen Staaten aus dem Boden gestampft wurden, sehen alle gleich aus. Eine überdimensionierte Prachtstraße zieht sich, gesäumt von Plattenbauten, schnurgerade durch die ganze Stadt und endet jeweils vor den Toren des mächtigen Stahlwerks, um das herum sie einst errichtet wurde: Eisenhüttenstadt in der DDR, Dunaújváros in Ungarn, Nowa Huta in Polen.

Dariusz Kowalski, 1971 in Krakau geboren, kam im Alter von 20 Jahren nach Wien und studierte visuelle Mediengestaltung an der Angewandten. Für die Dreharbeiten zu seinem dokumentarischen Filmessay fuhr er zurück "Richtung Nowa Huta“ - eine am Reißbrett entworfene Stadt für 280.000 Einwohner, die heute zu Krakau gehört und in Auflösung begriffen ist.

Für den Filmemacher ist alles hier von Kindheit an vertraut und fremd


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