Wie schön ist Wien ohne Wiener

Spurensuche: Christoph Heshmatpour | Stadtleben | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Man kann jahrelang in Wien studieren, ohne Einheimische kennenzu-lernen. Aber ist das gut?

Zuerst ist es Daniela Wimmer gar nicht aufgefallen. Erst als sie während der Sommerferien in ihrer beschaulichen südbayrischen Heimatstadt von einer Freundin gefragt wurde, wie die in Wien denn so seien, kam sie drauf: "Eigentlich kenn ich gar keine gebürtigen Wiener.“

Dieses Phänomen begegnet einem auf Wiens Universitäten immer wieder. Nach Jahren des Ernährungswissenschaftsstudiums fällt Wimmer, 24, auf, dass ihre Freunde in Wien eigentlich auch alle aus Bayern eingewandert sind. Naja, sie kenne auch ein paar Südtiroler, Kärntnerinnen oder Oberösterreicher. Aber Wiener? "Im ersten Semester gab es während der ersten paar Wochen ein Zeitfenster, in dem alle, die neu in der Stadt waren, zwanghaft auf der Suche nach neuen Kontakten waren“, erinnert sich die Deutsche. "Dann hat man irgendwen kennengelernt. Das waren bei mir lustigerweise hauptsächlich Bayern. Über die hat man wieder andere

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