Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Limonaden von Schweppes

Mix-’n’-serve-Systeme für ein Leben in der Halbautomatik

Stadtleben | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Die Firma Schweppes hat drei alkoholfreie Erfrischungsgetränke auf den Markt gebracht, die vordergründig darauf ausgelegt sind, dass sie mit Flüssigkeiten alkoholischer Natur vermischt werden. Diese Limonaden nennen sich Mixer und sind sozusagen für die Ungeduldigen unter den Cocktailtrinkern gedacht. Vielleicht geht diese Zielgruppe der Halbautomaten nicht gerne in Cocktailbars, vielleicht sind ihnen die Cocktails zu teuer und sie wollen nicht die Happy Hour abwarten. Sie wollen lieber glückliche Stunden mit Freundinnen zu Hause verbringen, selbstgewählte Knabbereien reichen und dabei die Lieblingsserie schauen.

Aber sie wollen offenbar auch nicht für den Mojito die frische Pfefferminze besorgen und verarbeiten - und wo käme man hin, im tiefsten Winter nach Erdbeeren zu suchen, um sie im Mixer zu einem Erdbeer-Daiquiri zu verarbeiten? Das Besorgen von Preiselbeersaft für Cosmo wäre eigentlich noch das Leichteste von alldem. Aber warum nicht einmal so trinken - muss es denn immer Alkohol sein?

Die schlechteste Nachricht zuerst: Strawberry Daiquiri verlangt nach dem veranschlagten Lieblingsrum, weil das Zeug im ungemixten Zustand nach aufgequirltem Ajax schmeckt. Vielleicht wird’s dann besser. Cosmo wurde zuerst verkostet und schmeckt auch gut: säuerlich und süß, gut gemischt. Bei Mojito versteht man erst den Sinn der ganzen Sache: intensiv nach Pfefferminze und einen Deut zu süß. Aber das macht nichts, einfach mit Soda verlängern. Das Problem ist das Glaseinwegsystem. ms


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