Ins Mark Der Kommentar zur steirischen Woche

Der unerwünschte Steirereffekt

Steiermark | Tiz Schaffer Ist Redakteur im Steiermark-Falter | aus FALTER 41/12 vom 10.10.2012

Letzte Woche kam der Film "Die Wand“ des steirischen Regisseurs Julian Pölsler in die Kinos. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman von Marlen Haushofer, die deutsche Schauspielerin Martina Gedeck stößt in den Bergen Österreichs auf eine unsichtbare Wand, ist plötzlich vor "die unausweichlichen Grundfragen des Lebens gestellt“. Das Medienecho ist enorm, Pölsler ist mit dem Film gerade international auf Tour, die ersten Preise trudeln schon ein. Eine unausweichliche Frage tut sich auf: Warum scheint das Land Steiermark als Fördergeber nicht auf?

2010 stieß ein Förderansuchen für "Die Wand“ nicht gerade auf Begeisterung. Die Gesamtproduktionskosten wurden damals mit 3,2 Millionen Euro ausgewiesen, um einen Zuschuss von 80.000 Euro wurde angesucht. Das Land wollte dem Film nicht mehr als 20.000 Euro zugestehen. Geld, das Pölsler nicht nahm, weil, so erzählte er dem Falter, die damit verbundenen Erwartungen zu hoch waren. Schließlich wurden andere Förderer gefunden, in Bayern, Wien und Oberösterreich.

Das ist peinlich. Es stellt sich die Frage, warum von den Fachbeiräten bis zur letzten Instanz, der damaligen Kulturlandesrätin Bettina Vollath (SPÖ), so kurzsichtig agiert wurde. Abgesehen vom Werbeeffekt hätte sich ja zusätzlich der "Steirereffekt“ eingestellt - so nennen das die Förderstellen, wenn bei einer Produktion auch steirisches Personal zum Zug kommt. Die damals Verantwortlichen sind nicht mehr im Amt. Was nichts daran ändert, dass Pölsler außerhalb der Landesgrenzen hören muss, die steirische Kulturpolitik "habe keine Ahnung und agiere provinziell“. Dieser Steirereffekt wäre verzichtbar! F


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