Ari, der Löwe

Politik | Porträt: Wolfgang Zwander | aus FALTER 42/12 vom 17.10.2012

Ari Rath wurde als Kind aus Österreich vertrieben. Er gehörte zum engen Kreis von Israels Premier David Ben-Gurion und war als Journalist ein Chronist der Weltpolitik. Nun wurde in Wien seine Autobiografie vorgestellt

Ari“, sagt Ari Rath, "Ari heißt Löwe.“ Der 87-Jährige sitzt so ruhig und gelassen im Café Landtmann, als hätte er vergessen, dass Wien ihn vor 74 Jahren brutal ausgespuckt hat. Und dass er damals noch froh sein musste, dass er überhaupt fliehen konnte, dass er im Maul der Bestie, in die sich die Stadt nach Hitlers Machtergreifung verwandelt hatte, nicht zermalmt wurde.

Man kann sich das Leben des gebürtigen Wieners so vorstellen, als ob es ein roter Faden durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts wäre. Rath wurde 1925 in eine wohlhabende jüdische Familie in Wien hineingeboren und hat nach der NS-Machtergreifung alles verloren. Mit 14 stand er allein und mittellos in einem fremden Land und schlug dort einen Weg ein, der ihn als Redakteur und Chefredakteur der Jerusalem


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