Henry, der Chronist

Politik | Porträt: Werner A. Perger | aus FALTER 42/12 vom 17.10.2012

Der Amerikaner Henry Ries dokumentierte eine Wiener Oase im chaotischen Nachkriegseuropa: das Wiener Rothschildspital, Schleuse für die Emigration nach Palästina. Das Jüdische Museum zeigt jetzt seine historischen Fotos

Von dem amerikanischen Fotojournalisten Henry Ries sind in Mitteleuropa vor allem die Bilder von der Berliner Luftbrücke bekannt: "Rosinenbomber“ im Anflug auf den Flughafen Tempelhof. Doch andere Bilder waren ihm wichtiger. Ein Teil davon ist jetzt im Jüdischen Museum in Wien zu sehen. Doch der Reihe nach.

Zunächst: Henry Ries (1917-2004) war kein Fotograf und kein Reporter wie die anderen. Er hatte eine andere Handschrift, einen persönlichen Stil, eine eigene Weltsicht. Aus dem wirren Nachkriegspanorama Europas lieferte er stets Besonderes. Texte und Bilder, die über den Tag hinaus wirkten. Ries konnte wunderbar erzählen, er hatte ein feines Gespür für Pointen und für die Ironie mancher Situationen. Was ihm fehlte, war Respekt vor den Prominenten seiner Zeit,


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