Zeit am Schirm

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 42/12 vom 17.10.2012

TV-Kolumne

Die Mondlandung, verfilmt nach einem Drehbuch des Kabarettisten Roland Düringer. So wirkte Felix Baumgartners Sprung aus den Wolken, der am letzten Sonntag vom ORF live übertragen wurde. In die hilflosen Kommentare des Reporters mischten sich die Schnaufgeräusche des Jumpers, der in einer Art Weltraumklo ohne Raumschiff saß. Er hielt Funkkontakt mit der Bodenstation, die nach dem Vorbild der Nasa-Station Cape Canaveral gestaltet war. Der Gipfel der Informationssatire war der Auftritt der Experten. Niki Lauda: "Was der Felix da macht, ist einmalig.“ Der Physiker Werner Gruber rotierte in seinem Bürosessel, um die Rotation des Sportlers zu simulieren.

Trotz aller Lächerlichkeit hatte der Sprung auch etwas Erhabenes. Er war ein Meisterwerk der Medienkunst, das den menschlichen Größenwahn zu einem Pünktchen im Nichts schrumpfen ließ. Wie der Samen einer Pusteblume trudelte Baumgartner über die Mattscheibe. Zur besten Sendezeit.


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